Hitzefalle Straße: Caritas koordiniert Hilfen für obdachlose Menschen in NRW

„Die Wohnungslosenhilfe in NRW leistet jeden Tag Außergewöhnliches. Doch bei diesen Hitzeperioden gerät sie an ihre Grenzen“, erklärt Bettina Rudat, Referentin für Gefährdetenhilfe beim Caritasverband für das Erzbistum Köln. „Bei hohen Temperaturen brauchen deutlich mehr obdachlose Menschen unsere Hilfe. Sie sind erschöpft, dehydriert und körperlich wie psychisch stark belastet. In einer Kölner Einrichtung musste an besonders heißen Tagen mehrfach der Rettungsdienst alarmiert werden.“
Mehr als 10.000 obdachlose Menschen leben Schätzungen zufolge in NRW. Viele von ihnen sind aufgrund chronischer Erkrankungen, Suchterkrankungen oder psychischen Belastungen gefährdet, insbesondere, wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen. „In Kombination mit schweren Vorerkrankungen kann Hitze schneller zum Tod führen. Gerade obdachlose Menschen sind daher stärker gefährdet.“
Als landesweiter Koordinator bündelt der Caritasverband für das Erzbistum Köln die Anträge der Träger und sorgt mit dafür, dass die Mittel schnell in konkrete Schutzmaßnahmen fließen können. So können Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe Trinkwasser organisieren, Sonnenschutz bereitstellen, Aufenthaltsräume kühlen oder schattige Bereiche schaffen. Bettina Rudat sieht die aktuellen Hilfen aber nicht nur als wichtige Sofortmaßnahme: „Die Erfahrungen der vergangenen Hitzewelle zeigen zugleich, dass es neben akuten Hilfen auch langfristige Investitionen braucht. Hitzeschutz und Klimaanpassung müssen dauerhaft Teil der sozialen Infrastruktur werden.“ Viele notwendige Investitionen in Verschattung, Kühlung oder die bauliche Anpassung von Aufenthaltsräumen könnten aus den regulären Budgets nicht finanziert werden.
„Im Winter ist die Not obdachloser Menschen sichtbarer. Im Sommer bleibt sie noch oft im Verborgenen. Dabei kann extreme Hitze genauso lebensbedrohlich sein wie extreme Kälte.“
Was Bürgerinnen und Bürger tun können:
- nicht wegsehen, sondern Menschen ansprechen und bei Bedarf Hilfe anbieten, z.B. Wasser, Sonnencreme, Kopfbedeckungen oder andere Sonnenschutzmittel verschenken.
- auf schattige oder kühle Aufenthaltsorte, etwa Parks, öffentliche Gebäude oder Trinkwasserstellen hinweisen.
- bei gesundheitlichen Problemen oder akuten Notlagen den Rettungsdienst verständigen.
- bei Sorge um einzelne Personen regionale Streetwork-Dienste oder Hilfsangebote informieren.