Interkulturelle Lesereihe

Feridun Zaimoglu wuchs als Kind einer türkischen Familie in Deutschland auf und ist seit seinem Roman „Kanak Sprak“ (1995) ein sehr erfolgreicher, vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und engagierter Journalist. Seine Romane, Erzählungen und Theaterstücke beschäftigen sich mit dem Leben von Menschen am Rande der Gesellschaft, oft mit Schicksalen eingewanderter Frauen und Männer in verschiedenen Generationen.
In seinem autofiktionalen Roman „Sohn ohne Vater“ (2025) begibt sich der seit langem in Deutschland lebende Ich-Erzähler nach der Nachricht vom Tod seines Vaters auf die Reise in die Türkei, um seiner Mutter beizustehen. Während er sich mit zwei Freunden in einem Wohnmobil über die Balkanroute allmählich den Ursprüngen seiner Herkunft nähert, entfernt er sich zugleich aus der vertrauten Oberfläche seines Daseins und taucht ein in die Erinnerungen an den Vater.
Skurrile und teils gefährliche Situationen auf der Reise werden mit sprunghaft einsetzenden, oft ineinander gleitenden Rückblicken zu einem komplexen Gefüge verbunden. Es geht um Liebe und Verlust, um Abfahren und Ankommen. „Sohn ohne Vater“ ist ein zutiefst persönlicher Roman, mit Augenzwinkern und Melancholie zugleich. Gefühle der Entfremdung und Entwurzelung, Konflikte zwischen Tradition und Freiheit bis hin zu Auseinandersetzung mit einer Identität zwischen den Kulturen durchziehen ihn.
Feridun Zaimoglu ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und in der Akademie der Freien Künste Hamburg, sowie Mitbegründer von PEN Berlin.